Das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­gesetz unter der Lupe

AWV wertet Erkenntnisse aus der Praxis aus

Die deutsche Wirtschaft wird zunehmend durch den Fachkräftemangel beeinträchtigt. Das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte hat sich schon längst branchenübergreifend bemerkbar gemacht. Neben der krisenbedingten Gesamtsituation werden die allbekannten Vorhersagen nun zur Realität. Der demografische Wandel macht keinen Halt: Die Babyboomer-Jahrgänge gehen in den Ruhestand und die Problematik auf dem Arbeitsmarkt verschärft sich. Durch den Mangel an Fachkräften sind lange Wartezeiten auf Handwerker oder zu wenig Pflegepersonal inzwischen Normalität.

Zur Bekämpfung dieses Engpasses betrachtet Deutschland die qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland als zentrale Komponente in der Strategie der Fachkräftesicherung. Die Zuwanderung ist primär dafür notwendig, die Zahl der Erwerbsfähigen konstant zu halten. Für die europäischen Bürgerinnen und Bürger ist der deutsche Arbeitsmarkt gut zugänglich. Schwieriger gestaltet sich der Zugang für Personen aus dem Nicht-EU-Ausland. Hierfür hat die Bundesregierung im Jahr 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) verabschiedet, um die qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland zu stärken. Nicht nur pandemiebedingt konnte das FEG seine Wirkung noch nicht in vollem Maße entfalten. Auch bürokratische Hürden im Rahmen des Verfahrens sind der Auslöser für eine angestrebte Novellierung des FEG.

Ein Team aus AWV-Fachreferentinnen und Fachreferenten des Fachausschusses 1 „Digitalisierung und Modernisierung in Wirtschaft, Verwaltung und Drittem Sektor“ hat das FEG unter die Lupe genommen, um anhand eines Ex-post Praxischecks zu prüfen, ob und – falls ja –, in welcher Form das FEG optimiert werden könnte.

Der Fachkräftemangel findet sich aktuell auch in den Schlagzeilen: Am 30. November 2022 hat die Bundesregierung im Kabinett Eckpunkte zur Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten beschlossen, um den Weg für ein modernes Einwanderungsrecht in Deutschland zu ebnen.

Die Ergebnisse der AWV-Untersuchung sind in unserer Publikation „Ex-Post Praxischeck zum FEG“ zusammengefasst. Darin sind neben unserer Vorgehensweise auch einzelne Use Cases aus der Wirtschaft sowie Praxisbeispiele zum beschleunigten Fachkräfteverfahren enthalten. In unseren Use Cases sind die kritischen Prozessschritte sowie die beteiligten Akteure am jeweiligen Fachkräfteverfahren detailliert aufgelistet.

→ Ex-post Praxischeck zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) (PDF-Datei; 1 MB)

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