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AWV-Arbeitskreis „Strategischer Erfolgsfaktor Projektmanagement“: Gelungener Auftakt der Workshopreihe

Adobe Stock / snowing12

Die neue Workshopreihe des AWV‑Arbeitskreises 1.8 „Strategischer Erfolgsfaktor Projektmanagement“ ist am 25. und 26. November 2026 im GovTech Deutschland Campus in Berlin gestartet.

Die lebendigen Diskussionen und offenen Gespräche unter den Teilnehmenden aus Bund, Ländern und Kommunen haben eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Bedarf an Austausch über modernes Projektmanagement in der öffentlichen Verwaltung und wie wertvoll ein gemeinsamer Blick auf Ressourcen, Strukturen und die Finanzierung ist.

Startschuss für eine neue Veranstaltungsreihe

Die Arbeitskreisleiterin Dr. Katrin Eschmöller (Beratungszentrum des Bundes im Bundesverwaltungsamt, Köln) eröffnete die Workshopreihe, stellte die inhaltliche Ausrichtung vor und betonte, dass die gesamte Struktur der Reihe auf den Handlungsfeldern des zuvor vom Arbeitskreis erarbeiteten Positionspapiers basiert – ein zentrales Fundament, das die Diskussionen und die gemeinsame Arbeit in den kommenden Monaten prägen wird. Im Anschluss gab der stellvertretende Arbeitskreisleiter Marcus Kirchner (Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Berlin) einen Ausblick auf die kommenden Schwerpunktthemen und kündigte an, dass die Ergebnisse der Workshopreihe systematisch aufbereitet, veröffentlicht und in die AWV‑Facharbeit einfließen werden.

Der erste Workshoptag stand unter dem Fokusthema „Mindestanforderungen an die Ressourcenausstattung von Projektstrukturen“. Referent Ingo König (PwC) führte mit einem praxisnahen Impuls in das Themenfeld ein und zeigte anhand konkreter Beispiele aus Wirtschaft und Beratung, wie Organisationen ihren Reifegrad im Projekt‑ und Portfoliomanagement gezielt weiterentwickeln können und welche strukturellen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Besonders hob er hervor, dass strategisches Portfoliomanagement selbst ein organisatorisches Veränderungsprojekt darstellt, das sich erst etablieren muss – während gleichzeitig ein effizientes, bereichsübergreifendes Ressourcenmanagement erwartet wird. Diese Doppelbelastung mache klare Strukturen, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine Priorisierung der Tätigkeiten umso entscheidender.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wichtig klare Rollen, verbindliche Standards und Verantwortlichkeiten sowie die frühzeitige Einbindung der Entscheidungsebenen für ein wirksames Ressourcenmanagement sind. Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass Projektmanagement als strategisches Ankerthema verstanden und entsprechend verankert werden muss.

Zwei intensive und gehaltvolle Workshoptage mit knapp 20 Teilnehmenden bilden den erfolgreichen Auftakt der Workshopreihe des AWV-Arbeitskreises „Strategischer Erfolgsfaktor Projektmanagement”.

Am zweiten Workshoptag befasste sich die Gruppe mit der finanziellen Ausstattung über die gesamte Projektlaufzeit und der Frage, wie überjährige Projekte verlässlich finanziert werden können. Referent Hans‑Dieter Wieden, ehemaliger Revisionsamtsleiter der Stadt Frankfurt am Main, zeigte in seinem Impulsvortrag typische Schwachstellen in Verwaltungsprojekten auf – insbesondere fehlende Zielklarheit, unzureichende Strukturen und mangelnde finanzielle Steuerung. Er erläuterte, welche Modelle eine nachhaltige Finanzierung ermöglichen, und betonte die Bedeutung einer stabilen Projektorganisation, klarer Steuerungsmechanismen und eines konsequenten Meilenstein‑Controllings, das auch Abbruchentscheidungen einschließt. Sein Fazit: Projekte benötigen ein klar definiertes Ziel und eine gesicherte Ressourcenbasis, damit ihr Nutzen für Bürgerinnen und Bürger tatsächlich erreicht wird. 

Im weiteren Diskussionsverlauf wurde ein kompaktes Resümee der beiden Workshoptage gezogen und zentrale Erkenntnisse gemeinsam reflektiert. 

Pläne für den nächsten Workshop

Die Ausrichtung des nächsten Workshops wurde mit Festlegung des Themenfokus „Politische Programme als Portfolios denken“ weiter geschärft. Damit rückt der politische Kontext als zentraler Rahmenfaktor in den Blick: Politische Programme entstehen unter Bedingungen wie Koalitionsverträgen, Ressortabstimmungen und wechselnden Prioritäten, während Behörden zugleich Spielräume haben, eigene Akzente zu setzen. Der zukünftige Workshop soll genau diese Schnittstelle zwischen politischer Zielsetzung und organisatorischer Umsetzung beleuchten und aufzeigen, wie Prozesse und Steuerung in Portfolios gedacht werden können.

Ziel ist es, am Ende der beiden kommenden Workshoptage konkrete, praxisnahe Empfehlungen zu formulieren – am ersten Tag für die politische Ebene, am zweiten Tag für Behördenleitungen und operative Einheiten. Die Teilnehmenden betonten, dass der Workshop Raum für offenen Austausch bieten und realistische, anschlussfähige Hinweise für beide Ebenen erarbeiten soll.

Die nächste Workshopeinheit findet am 4. und 5. Mai 2026 in den Räumlichkeiten der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e. V. in Berlin statt. Die Arbeitskreisleitung dankte für die lebendigen, offenen und praxisnahen Beiträge, die den weiteren Arbeitsmodus maßgeblich geprägt haben. Darauf aufbauend werden nun die nächsten Arbeitsschritte umgesetzt, die Ergebnisse aufbereitet und voraussichtlich im Mai online auf der AWV-Website veröffentlicht.

Sie haben Interesse, dabei zu sein?

Sie haben Interesse, im Arbeitskreis „Strategischer Erfolgsfaktor Projektmanagement“ mitzuwirken? Wir freuen uns über neue Mitglieder. Wenden Sie sich gerne an AWV-Fachreferentin Julia Koziel.

→ zum Download des Positionspapiers „Stärkung des strategischen Erfolgsfaktors Projektmanagement in der öffentlichen Verwaltung“

 

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