AWV-Logo
  • Digitalisierung & Modernisierung
  • Veranstaltungen

Verwaltung von morgen: Praxis frühzeitig einbinden, Bürokratie abbauen und Neues erproben

AWV-Podiumsdiskussion auf der SCCON 2026

AdobeStock / Алексей_Филатов

Wie können gesetzliche Regelungen praxistauglicher gestaltet, bürokratische Belastungen reduziert und Verwaltungsverfahren effizienter organisiert werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion „Die Verwaltung von morgen: wirkungsorientiert und effizient“ am 14. Oktober 2026 auf der Smart Country Convention (SCCON) in Berlin.

Auf dem Podium diskutierten Hanno von Plettenberg (BMDS), Dr. Christine Brockmann (AWV-Vorständin | PD – Berater der öffentlichen Hand) und Thomas Wieland (MRN) über bessere Rechtsetzung, Praxischecks und neue Abläufe in der Verwaltung. Florian Breger (AWV-Vorstand | IBM) moderierte die Diskussion.

Praxischecks: Frühzeitig erkennen, wo der Schuh drückt


Praxischecks helfen dabei, bürokratische Belastungen und praktische Umsetzungshürden frühzeitig zu erkennen – möglichst bevor gesetzliche Regelungen ausgearbeitet werden. Entscheidend ist, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie Verwaltungen bereits bei der Problemanalyse und Entwicklung praxistauglicher Lösungen einzubeziehen.

Die AWV bringt seit 100 Jahren Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zusammen. In ihren Arbeitskreisen werden Fragestellungen bearbeitet, die wesentliche Elemente von Praxischecks enthalten. Daraus sind bereits zahlreiche Publikationen, Standards, Stellungnahmen und konkrete Vorschläge zur Verwaltungsvereinfachung entstanden. Die Diskutanten besprachen, wie dieser wertvolle Erfahrungsschatz stärker in die frühe Phase der Gesetzgebung einfließen könnte.

 

Auf dem Podium am Stand der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) diskutierte (v.l.n.r.) Thomas Wieland (MRN) mit den AWV-Vorstandsmitgliedern Dr. Christine Brockmann (PD – Berater der öffentlichen Hand) und Hanno von Plettenberg (BMDS).  Florian Breger (IBM) moderierte die Diskussion und nahm auch Fragen aus dem Publikum auf. (Foto: MRN)

 

Bundeserprobungsgesetz: Neue Möglichkeiten für praktische Vereinfachungen


Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das sogenannte Bundeserprobungsgesetz. Es ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen, von bestehenden bundesrechtlichen Verfahrensvorgaben zeitlich befristet abzuweichen und alternative Abläufe zu erproben.

Diskutiert wurde, wie die Expertise aus den Arbeitsgremien der AWV auch hier einfließen könnte. Ein Vorschlag war, dass bestehende Erkenntnisse aus den AWV-Arbeitskreisen auf geeignete Erprobungsvorhaben geprüft, gemeinsam mit Unternehmen und zuständigen Behörden weiterentwickelt und an die verantwortlichen Stellen in Bund und Ländern herangetragen werden könnten.

Auch kleinere, gezielte Erprobungen können wichtige Erkenntnisse liefern und bei erfolgreicher Übertragung zu einer breiteren Bürokratieentlastung beitragen.

Von der Erkenntnis zur wirksamen Verwaltungsvereinfachung


Wie Verwaltungsvereinfachung über kommunale und Ländergrenzen hinweg gelingen kann, zeigt der digitale Handwerkerparkausweis der MRN. Das Beispiel verdeutlicht, dass Verwaltungsmodernisierung nicht allein bedeutet, bestehende Abläufe zu digitalisieren, sondern Verfahren auch neu zu denken.

Auch das Bundesportal „EinfachMachen“, über das Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen bürokratische Belastungen melden können, wurde als Instrument zur Einbindung der Praxis thematisiert.

Die Diskussion machte deutlich: Die AWV verfügt mit ihren Arbeitskreisen und ihrem breiten Netzwerk über einen wertvolle Expertise in den Bereichen bessere Rechtsetzung und wirksamer Bürokratieabbau. Entscheidend ist, diese Erkenntnisse noch sichtbarer zu machen und stärker in konkrete Verbesserungen von Gesetzgebung und Verwaltung zu überführen.

Dank an die MRN


Herzlich danken möchten wir unserem Kooperationspartner und AWV-Mitglied MRN, mit dem wir das Podium im Rahmen ihres tollen SCCON-Messestandes ausrichten durften!

Nach oben