Normenkontrollrat Baden-Württemberg: Studie zur Bürokratieentlastung im Ehrenamt veröffentlicht

Der Normenkontrollrat Baden-Württemberg (NKR BW) hat zusammen mit dem Dienstleister Prognos AG die bürokratischen Belastungen für Vereine und Ehrenamt untersucht. Insgesamt konnten 49 konkrete Vorschläge zur Bürokratieentlastung erarbeitet werden, die das Beratungsgremium an die Landesregierung Baden-Württemberg übergeben hat.

An der Studie haben zahlreiche Vereine und Ehrenamtliche aus Baden-Württemberg mitgewirkt. Um ein möglichst umfassendes Bild der Bürokratielasten zu gewinnen und Vorschläge erarbeiten zu können, wurden unter anderem Fachgespräche geführt, rund 1.900 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Verbänden und Ehrenamt im Rahmen von Onlinesurveys befragt und regionale Workshops abgehalten. Im Rahmen der Workshops diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Belastungen und Entlastungsvorschläge anhand der Themenfelder „Vereinsrecht und Rechtsfragen im Ehrenamt″, „Aktivitäten in Verein und Ehrenamt″ und „Mitarbeiter/-innen in Vereinen und Ehrenamt″. Abschließend wurden die Vorschläge mit dem größten Potenzial ausgewählt und detaillierter ausgearbeitet.

Die Ergebnisse zeigen, dass 56 % der Befragten die Belastung durch Bürokratie als eine der drei größten Herausforderungen der nächsten fünf Jahre betrachten. Aktuell beschäftigte sich ein typischer Verein durchschnittlich insgesamt 6,5 Stunden wöchentlich mit der Erfüllung bürokratischer Vorgaben. Insgesamt herrsche bei den Ehrenamtlichen grundsätzlich Verständnis für die gesetzlichen Regelungen, wobei die Vielzahl und Komplexität der Regelungen beklagt werden. Die größten Belastungen sehen Vereine und Ehrenamtliche laut der Studie derzeit im Datenschutz- und Steuerrecht sowie den Auflagen bei der Genehmigung von Festen.

Empfehlungen des Normenkontrollrates

Der NKR empfiehlt unter anderem die Ernennung eines Ehrenamtsbeauftragten der Landesregierung als Ansprechpartner für die Vereine und Ehrenamtlichen. Zudem sollte eine zentrale Homepage „Ehrenamt″ geschaffen werden, die gebündelt Informationen zu Vorschriften und Förderprogrammen enthält und damit die Erfüllung der bürokratischen Regelungen erleichtert. Außerdem sei es wichtig, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Ehrenamt systematisch bei der Gesetzgebung zu berücksichtigen. Hierfür müssten die Belange des Vereins und des Ehrenamts bereits bei der Entstehung von Regelungen miteinbezogen werden.

Weitere Informationen

Zur Pressemitteilung vom NKR Baden-Württemberg vom 4.12.2019 gelangen Sie hier.

Die komplette Studie kann hier (PDF-Datei; 3,4 MB) kostenlos heruntergeladen werden.

Veröffentlicht am 05.12.2019/ Bild: Schömberger Fransennarr/ AdobeStock: Phokin