Die Rolle der AWV bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Die AU-Bescheinigung ist ein Massenverfahren: Jährlich werden aktuell ca. 77 Mio. Papier-AU-Bescheinigungen von Ärzten ausgestellt und von Arbeitnehmern/Versicherten an Krankenkassen und Unternehmen gesandt und dort weiterverarbeitet. Die Vorteile eines elektronischen Verfahrens liegen auf der Hand, daher bietet sich das Verfahren für die Umwandlung in ein digitales Verfahren an.

Ein hartes, aber erfolgreiches Stück Arbeit
Um einen guten digitalen Prozess zu realisieren, gehört aber mehr dazu als nur der Verzicht auf Papier. Es geht auch darum, die Daten der Bescheinigung zu standardisieren, es geht darum, einen Weg zu finden, wie die Verfahrensbeteiligten eindeutig zugeordnet werden können und es geht darum, digitale Kommunikationswege zu nutzen, deren Implementierung möglichst wenig Aufwand bedeuten. Und genau hier kommen die Arbeitskreise der AWV ins Spiel. Denn hier findet sich das nötige Know-how und die neutrale Plattform zur Diskussion von Problemstellungen und Lösungsansätzen.

Im Fall der eAU sind dies die AWV-Arbeitskreise rund um die Personalwirtschaft, in denen u.a. Vertreter von Arbeitgebern, Finanzverwaltung und Krankenkassen gemeinsam tagen. So fand die Standardisierung der Bescheinigungsinhalte im Arbeitskreis zur Vereinheitlichung von Bescheinigungen statt, für die Übertragung der Daten von der Krankenkasse zum Arbeitgeber wird ein Standard verwendet, der im Arbeitskreis zu Datenübermittlungssystemen entwickelt wurde. Im Arbeitskreis zur digitalen Transformation haben wir uns mit den notwendigen übergreifenden Prozessen zwischen Arbeitnehmer/Versichertem, Arzt, Krankenkasse und Unternehmen auseinandergesetzt. Auch hier liegen die Herausforderungen für einen guten Prozess im Detail und in den unterschiedlichen organisatorischen und IT-technischen Konstellationen, die bei den Beteiligten vorfindbar sind.

eAU – Digitalisierung noch weiter Denken
Im Anschluss an die bisherigen Erfolge gibt es noch weiteres Potential, welches wir heben möchten, indem das Thema Digitalisierung im Prozess eAU „End to End“ gedacht wird. Eine neue gegründete Projektgruppe "eAU", die organisatorisch unterhalb des Arbeitskreises 2.18 angesiedelt ist, bündelt die Kompetenzen der verschiedenen AWV-Arbeitskreise, die sich des Themas eAU unter unterschiedlichen Schwerpunkten angenommen hatten. Die Projektgruppe wird den Rollout der eAU eng begleiten, um das Verfahren "end to end" für alle Beteiligten so praktikabel und effizient wie möglich zu gestalten.

Informationen zu den weiteren beteiligen AWV-Arbeitskreisen

Bild: AdobeStock, Production Perig